MWM CopyTrack: bessere Analyse, schnellere Reaktion

Die Mittelbayerische Druckzentrum (MDZ) nahm 2010 am südöstlichen Stadtrand von Regensburg den Betrieb auf. Hier zeigt das Team unter Geschäftsführerin Evelyn Köhler, wie sich mit modernster Ausrüstung Zeitungen und Coldset-Werbeprodukte rund um die Uhr höchst effizient produzieren lassen. Die MDZ hat ihre Fähigkeit zu analysieren und zu reagieren durch die Einführung der CopyTrack-Lösung der MWM Group erheblich verbessert.

Am neuen, logistisch ideal an der Kreuzung von A3 und B15 gelegenen Standort installierte die Mittelbayerische Druckzentrum eine Manroland Colorman XXL (6 Platten breit) Rollenrotation. Obwohl die Presse über vier Drucktürme und zwei Falzapparate verfügt, waren der vierte Turm und einer der Falzapparate als Reserve gedacht; in den vergangenen Jahren wurden bis zu drei Türme und eine Falzapparat-Ausleitung für die Produktion genutzt. Entsprechend beherbergt der Versand nur eine Verarbeitungslinie mit Ferag-Technik, darunter eine MSD-Einstecktrommel mit zehn Jetfeedern für Beilagen sowie Multistack-Kompensationsstapler. Ein Segbert-Lagenpalettierer vervollständigt die Ausstattung.
Der Standort, zu dem auch ein Logistik- und Sortierzentrum gehört, beschäftigt 150 Mitarbeitende, doch das Druckzentrum selbst ist ein sehr schlanker Betrieb mit einer Belegschaft von 25. 16 Festangestellte arbeiten in der Weiterverarbeitung, die von einer rechtlich eigenständigen Gesellschaft geführt wird. An sechs Tagen die Woche produziert die MDZ insgesamt 110.000 Exemplare der 13 Regionalausgaben der „Mittelbayerischen Zeitung“ sowie rund 470.000 Exemplare des Anzeigenblatts „Rundschau“ für ihr Schwesterverlagsunternehmen. Zudem druckt sie 140.000 Exemplare eines Wochenblatts für einen externen Kunden sowie 280.000 Achtseiter, die als Träger für Beilagensammlungen dienen.

Voll ausgelastet

Insgesamt ist die Mittelbayerische Druckzentrum so stark ausgelastet, dass sie von Montag bis Freitag im Dreischichtbetrieb läuft und mittlerweile beide Falzapparate parallel genutzt werden. Um sowohl im Drucksaal als auch im Versand mit optimaler Geschwindigkeit arbeiten zu können, sind alle Produktionsstufen entkoppelt und alle Falzprodukte werden als Rollen gepuffert. Dennoch ist der Termindruck extrem. Halbwerbliche Produkte werden in einer Vielzahl von Versionen produziert und in ganz Deutschland verteilt, weshalb sie exakt pünktlich fertiggestellt sein müssen, um von den Zustellern abgeholt zu werden. Es bleibt täglich nicht mehr als eine halbe Stunde Spielraum.
Für die MDZ ist es umso wichtiger geworden, die Effizienz laufender Aufträge zu analysieren, die Produktion zu optimieren und präziser sowie schneller auf Verzögerungen zu reagieren. Während das Pecom-System für den Druckbereich eine beträchtliche Menge an Analysedaten liefert, fehlte dem Regensburger Unternehmen bislang die Möglichkeit, die Produktion über ihre gesamte Länge zu verfolgen und Probleme zu identifizieren. Je stärker ein Produkt in Versionen unterteilt ist, desto schwieriger ist es, Zuschläge zu optimieren. Früher baute die MDZ vorsorglich erhebliche Zuschläge ein und musste trotzdem nachdrucken, um Fehlmengen auszugleichen.

Licht in die Blackbox der Weiterverarbeitung

In der Vergangenheit war es vor allem im Versand unmöglich zu analysieren, wie viel Makulatur an welcher Produktionsstufe und an welchen Maschinen entstand. Das führte zu einer unangenehmen Situation, da die Weiterverarbeitung in Regensburg von einer separaten Gesellschaft übernommen wird und Diskussionen im Rahmen einer Kunden-Lieferanten-Beziehung stattfanden.
Auch aufgrund von Gesprächen mit zufriedenen Anwendern entschied sich die MDZ 2018, in das CopyTrack-System der MWM Group zu investieren. CopyTrack ist eine Softwarelösung, mit der sich Daten unabhängig von der erzeugenden Technologie oder dem Hersteller erfassen lassen. Diese können anschließend verarbeitet, individuell angepasst live angezeigt und in detaillierten Berichten ausgewertet werden.
Evelyn Köhler, Geschäftsführerin der Mittelbayerischen Druckzentrum, kommentiert:

„Die Weiterverarbeitung war für uns bisher eine ‚Blackbox‘; mit CopyTrack können wir jetzt tiefer hineinschauen.“

Die Analyse von MWM identifizierte 26 bereits in die Produktionslinien integrierte Sensoren, auf deren Messwerte zugegriffen werden konnte, und das Druckzentrum installierte seinerseits die nötige Verkabelung, damit diese Messwerte an die MWM Data Collection Units weitergeleitet werden können.

Individuelle Anzeigen der Messwerte

Eine der besonderen Stärken von MWM ist die Fähigkeit, Daten von einer sehr breiten Palette an Maschinenherstellern und Herstellerkombinationen auszuwerten und aufzubereiten. Bei der MDZ empfangen zwei im Drucksaal und im Versand installierte Data Collection Units die Signale und verarbeiten sie, um einzelne Messwerte oder aggregierte Messwerte anzuzeigen, etwa wenn mehrere Kompensationsstapler gemeinsam überwacht werden. Die Anzeigen wurden gemeinsam von Drucker und Softwareanbieter definiert, und die verschiedenen Linien im Versand wurden so geplant, dass die gewünschten Zähler und deren Signale aktiv abgegriffen, dem Produkt zugeordnet und die entsprechende Anzeige oder der Bericht erzeugt werden. Die CopyTrack-Anwendung setzt auf einer gewöhnlichen Datenbank auf.

Die Zahlen aus CopyTrack werden auf vielfältige Weise genutzt. Ein großer Bildschirm über der Plattenausleitung im Leitstandbereich des Druckzentrums zeigt den aktuellen Produktionsstatus. So können die Drucker sehen, was im Versand geschieht, der vom Leitstand aus nicht einsehbar ist. Da die Falzprodukte gepuffert werden, arbeiten Druck und Weiterverarbeitung nicht zwingend am selben Auftrag. Umgekehrt können die Mitarbeitenden im Versand sehen, was im Drucksaal passiert. Die vier Produktionslinien beziehungsweise Schnittstellen, deren Status auf einem geteilten Bildschirm angezeigt werden kann, sind die zwei Falzapparat-Ausleitungen der Rollenrotation, die Einstecktrommel im Versand und der Lagenpalettierer.

Ampelanzeige

Es ist auch möglich, die Anzeige auf den Bürobildschirmen der Geschäftsführerin, des technischen Leiters, der Teamleiter und der Auftragsbearbeiter zu spiegeln. Ein Standard-Ampelschema erlaubt eine Einschätzung der Lage auf einen Blick: grün = Produktion nach Plan, gelb = Produktion im Verzug, rot = Linie gestoppt. Evelyn Köhler: „Das ist eine sehr einfache und praktische Art, den tatsächlichen Produktionsstatus anzuzeigen.“ Die Bildschirmanzeige der vier Produktionsschnittstellen lässt sich außerdem als kleines Fenster minimieren, sodass andere Programme den Bildschirm nutzen können. Zusätzlich erhält der technische Leiter nach 20 Minuten Stillstand einer Linie eine Warnung per E-Mail.

Evelyn Köhler berichtet über ihre Erfahrung mit Produktionsstopps: „Meist versuchen die Mitarbeitenden, Dinge selbst zu lösen, bevor sie ihre Vorgesetzten informieren. Das führt jedoch zu einem gewissen Verlust an Unmittelbarkeit, und wir haben bei Verzögerungen sehr wenig Puffer. Nach einer halben Stunde müssen wir geeignete Maßnahmen ergreifen, etwa die Abholzeiten der Zusteller nach hinten verschieben oder auf Backup-Produktionswege umschalten.“

Nutzungsbasierte Wartung

CopyTrack hat der Mittelbayerischen Druckzentrum eine Reihe von Vorteilen gebracht. Zunächst erzeugt es Produktionsdokumentationen, die Kunden vorgelegt werden können, wenn sich etwa Probleme beim Einstecken auf die schlechte Qualität der gelieferten Beilagen zurückführen lassen. CopyTrack reduziert zudem den Aufwand für die Überwachung von Aufträgen vor Ort. Wie Evelyn Köhler berichtet: „Wir müssen deutlich seltener in die Produktionshalle gehen, um den aktuellen Produktionsstatus zu prüfen.“ Mittelfristig ermöglicht es, die Wartungsintervalle der einzelnen Maschinen von zeitbasierten auf nutzungsbasierte Intervalle umzustellen. CopyTrack kann präzise bestimmen, wie stark eine Produktionsmaschine oder ein Abschnitt der Greiferkette genutzt wurde.

Insgesamt spart CopyTrack sowohl in der Produktion als auch in der Auftragsplanung viel Zeit. Dinge wie Stillstände, die früher manuell in Excel-Tabellen eingetragen werden mussten, werden nun automatisch von der Software dokumentiert.

Evelyn Köhler und ihr Team denken bereits weiter. Sobald die Vorteile von CopyTrack für alle Mitarbeitenden zur Selbstverständlichkeit geworden sind, kann sich die MWM-Anwenderin aus Regensburg vorstellen, CopyTrack vorgelagert zu einem Planungssystem zu erweitern.

Häufig gestellte Fragen

Was hat die Mittelbayerische Druckzentrum (MDZ) eingeführt, um Analyse und Reaktionszeit zu verbessern?

Die MDZ, die seit 2010 bei Regensburg tätig ist, führte MWM CopyTrack ein, um erheblich zu verbessern, wie schnell sie Produktionsprobleme analysieren und darauf reagieren kann.

Welche Presse überwacht CopyTrack bei der MDZ?

Eine Manroland Colorman XXL Rollenrotation, sechs Platten breit, mit vier Türmen und zwei Falzapparaten, gelegen an der Kreuzung von A3 und B15 für eine effiziente Logistik.